Im folgenden Artikle wollen wir uns mal anschauen, wie man mit Linux einen Fileserver samt freigegebenen Ordnern erstellt und wie wir von anderen Rechnern auf diese Freigaben zugreifen können.
Die Ausgangssituation
Der Benutzer Otto arbeitet in der Entwicklungsabteilung und legt auf dem Fileserver diverse Daten wie z. B. Handbücher in PDF-Form ab.
Erna arbeitet im Vertrieb und benötigt eine zentrale Stelle für die Ablage von Preislisten und ähnlichem.
derChef ist der Cappo di Cappo und möchte natürlich in alles Einsicht erhalten. Zusätzlich benötigt auch er einen Platz um seine Dateien zentral ablegen zu können.
Die Umsetzung
Zunächst editieren wir die Datei smb.conf. Diese finden sie für gewöhnlich im Ordner /etc/samba/
nano /etc/samba/smb.conf
# Ein freigegebener Ordner für die Entwicklungsabteilung
[Entwicklung]
path = /data/entwicklung
browseable = yes
writeable = yes# Einen Ordner für den Vertrieb
[Vertrieb]
path = /data/vertrieb
browseable = yes
writeable = yes# Und der Ordner für den Chef
[Chef]
path = /data/chef
browseable = yes
writeable = yes
Die Werte in den eckigen Klammern werden später in der Freigabe als Ordnernamen angezeigt.
Jetzt müssen wir aber die Ordner noch im Filesystem erstellen.
mkdir /data
mkdir /data/entwicklung
mkdir /data/vertrieb
mkdir /data/chef
Nachdem wir nun unsere Ordner erstellt haben, die später die Daten der jeweiligen Abteilung beiinhalten werden, erstellen wir uns auch noch die entsprechenden Benutzergruppen. Mit Gruppen zu arbeiten bietet mehr Flexibilität bei der späteren Wartung. Braucht ein Benutzer Zugriff auf einen bestimmten Ordner kann man diesen Benutzer einfach der Gruppe hinzufügen und muss nicht die Rechte wieder und wieder abpassen.
Also, die Gruppen erstellen:
groupadd entwicklung
groupadd vertrieb
groupadd chef
Super, und nun noch die Benutzer erstellen, ein Homelaufwerk zuweisen und die primäre Gruppe festlegen.
useradd otto –d /home/otto –g entwicklung
useradd erna –d /home/erna –g vertrieb
useradd derChef –d /home/derChef –g chef
Was haben wir bisher?
Die Freigeben sind eingetragen, die Ordner, Gruppen und User erstellt. Wird Zeit für die Rechte und Authentifizierungsgeschichten.
Legen wir zunächst die Passwörter für die Authentifizierung am System fest. Mit dem Befehl passwd <Benutzer> wird man nach dem Passwort für den entsprechenden User gefragt. Lassen wir in unserem Fall die Passwörter den Benutzernamen entsprechen.
passwd otto
otto
ottopasswd erna
erna
ernapasswd derChef
derChef
derChef
Dummerweise müssen wir das Spielchen jetzt für die Authentifizierung gegenüber dem Sambadienst wiederholen:
smbpasswd –a otto
otto
ottosmbpasswd –a erna
erna
ernasmbpasswd –a derChef
derChef
derChef
Der Schalter –a bewirkt, dass der Benutzer der Authentifizierungsdatenbank hinzugefügt wird.
Zu guter Letzt widmen wir uns noch dem eigentlichen Ort des Geschehens… den Ordnern, die später die Dateien aufnehmen sollen.
Erstmal die Gruppenzugehörigkeit der Ordner anpassen.
chgrp –R entwicklung /data/entwicklung
chgrp –R vertrieb /data/vertrieb
chgrp –R chef /data/chef
Und weil der Chef überall mitmischen möchte wird er Mitglied in den Gruppen der anderen User:
usermod –G entwicklung,vertrieb derChef
Achtung! die Gruppen werden durch Kommata getrennt! Keine Lehrzeichen einbauen, sonst funktionierts nicht.
Rechte auf die Ordner anpassen:
chmod 775 /data/entwicklung
chmod 775 /data/vertrieb
chmod 775 /data/chef
Und den Server starten
/etc/init.d/samba start
Fertig!
Wenn jetzt alles glatt gelaufen ist, müsste man über
\\<servername>
auf die Freigaben zugreifen können und entsprechen der Gruppenzugehörigkeit entweder vollen Zugriff darauf haben oder eben nicht.
So long…